Der durchgestrichene Preis ist ein starkes Signal. Er sagt: „Hier gibt es gerade einen besseren Preis.“ Wenn er glaubwürdig ist, nimmt er Zweifel. Wenn er übertrieben wirkt, macht er das Gegenteil.
Kurzantwort
In Shopify zeigst du einen Sale-Preis, indem der aktuelle Preis niedriger ist als der Vergleichspreis. Shopify nennt dafür das Feld „Compare-at price“. Sale-Preise sind nicht dasselbe wie Rabattcodes oder automatische Rabatte: Sie werden früher im Shop sichtbar, während Rabattlogik je nach Setup erst später greift.
Sale-Preis nur mit echtem Grund
Ein Vergleichspreis ist kein Schmuckelement. Nutze ihn für eine klare Aktion, nicht als Dauerzustand. Sonst trainierst du Käufer darauf, deinem Normalpreis nicht zu trauen.
Sale-Preis in Shopify prüfen1) Sale-Preis oder Rabattcode?
Gut, wenn das Angebot öffentlich sichtbar sein soll: Abverkauf, Saison, Launch oder wenige reduzierte Produkte.
Gut, wenn der Vorteil gezielt verteilt wird: Newsletter, Creator, Bestandskunden, Warenkorbabbruch oder eine messbare Kampagne.
Gut, wenn eine Bedingung im Warenkorb zählt: Mindestbestellwert, Mengenrabatt, kostenloser Versand oder Buy-X-Get-Y.
2) Was du in Shopify einträgst
Der aktuelle Preis ist der Preis, den der Kunde zahlen soll. Der Vergleichspreis ist höher und dient als Referenz. Shopify weist darauf hin, dass der Vergleichspreis höher sein muss als der aktuelle Preis, damit der Sale-Preis angezeigt wird.
Ob und wie der durchgestrichene Preis auf Produkt- oder Kollektionsseiten erscheint, hängt auch vom Theme ab. Manche Themes zeigen zusätzlich Badges oder Prozentwerte, andere nur die beiden Preise.
3) Was im Checkout passiert
Sale-Preise und Rabatte fühlen sich ähnlich an, sind aber technisch und kommunikativ verschieden. Shopify beschreibt: Bei Sale-Preisen können Produkt- und Kollektionsseiten beide Preise zeigen; im Checkout steht der Sale-Preis. Einsparungen aus Rabattcodes oder automatischen Rabatten werden dagegen im Checkout als Rabatt angezeigt.
Wenn du beides mischst — Sale-Preis plus Rabatt — muss der Endpreis glasklar bleiben. Sonst fragt sich der Käufer nicht mehr, ob das Produkt passt, sondern ob die Preislogik stimmt.
4) Wann Vergleichspreise sinnvoll sind
- Du reduzierst wenige Produkte sichtbar und zeitlich nachvollziehbar.
- Die Aktion soll schon auf der Kollektionsseite auffallen.
- Der reduzierte Preis ist der eigentliche Kaufanreiz.
- Der Vergleichspreis ist plausibel und nicht künstlich aufgeblasen.
- Produktseite, Warenkorb und Checkout widersprechen sich nicht.
Für Regeln wie „ab 49 € sparen“ oder „3 kaufen, Rabatt bekommen“ passt meist ein automatischer Rabatt besser.
5) Fehler, die Vertrauen kosten
- dauerhaft fast alles als Sale markieren
- Vergleichspreise setzen, die niemand ernst nimmt
- Varianten unterschiedlich pflegen, sodass die Anzeige auf Kollektionsseiten wackelt
- Sale-Preis und Rabattcode zusammen nutzen, ohne den Endpreis zu testen
- keine klare Erklärung, warum der Preis gerade reduziert ist
Das ist keine Rechtsberatung. Gerade bei Preiswerbung solltest du im Zweifel prüfen lassen, ob deine Darstellung für deinen Markt sauber ist. Für die Shopify-Einstellung selbst ist der Kern aber einfach: aktueller Preis niedriger, Vergleichspreis höher, Anzeige im Theme testen.
6) Kurztest vor dem Livegang
- Produktseite öffnen und prüfen, ob beide Preise sichtbar sind.
- Kollektionsseite prüfen, besonders bei Produkten mit Varianten.
- Warenkorb und Checkout ansehen.
- Mobile Ansicht testen.
- Falls zusätzlich Rabatte laufen: Warenkorb mit und ohne Code vergleichen.
Wenn eine Aktion beworben wird, setze die Kampagnenlinks sauber auf: UTM-Links erstellen und danach Kampagnen auswerten.
Offizielle Quellen
- Shopify Help Center: Setting sale prices for products
- Shopify Help Center: Discounts
- Shopify Help Center: Automatic discounts
Nächster Schritt
Nimm drei Produkte, bei denen ein sichtbarer Sale wirklich Sinn ergibt. Pflege Preis und Vergleichspreis, prüfe Produktseite, Kollektionsseite und Checkout — und lass alles andere erstmal in Ruhe.