Kurz: Einen Online-Shop erstellst du in sechs Phasen: Verkaufsweg entscheiden, Produktart klären, Shopsystem wählen, Gewerbe, Steuern und Pflichttexte erledigen, Shop aufbauen und testen, live gehen. Technisch reicht oft ein Wochenende, die Behördengänge dauern länger. Laufende Kosten: rund 40 bis 45 € im Monat als Richtwert. Ist unklar, ob jemand kauft, startet ein Marktplatz ruhiger.
Der ganze Weg auf einen Blick: 6 Phasen bis zum ersten Verkauf
Transparenz: Links zu Shopify sind Affiliate-Links. Schließt du darüber ab, bekommen wir eine Provision, für dich ändert sich am Preis nichts. Solche Blöcke sind als Anzeige gekennzeichnet – und diese Seite benennt genauso deutlich, wann Shopify nicht passt. Alle Angaben sind Richtwerte und keine Rechts- oder Steuerberatung, ohne Gewähr.
Wie lange das dauert, ehrlich getrennt: Das technische Grundgerüst – Shop anlegen, Theme, drei bis fünf Produkte, Zahlung und Versand – kann an einem konzentrierten Wochenende stehen; mit wenig Vorerfahrung dauert es länger. Rechtlich und steuerlich vollständig bist du meist deutlich später, weil Gewerbeamt und Finanzamt eigene Bearbeitungszeiten haben. Starte deshalb früh mit den Anmeldungen und baue den Shop parallel auf.
- Verkaufsweg entscheiden: Eigener Shop, Marktplatz oder erstmal Instagram – diese Entscheidung kommt vor jeder Technikfrage (Vergleich: Shopify oder Etsy).
- Produktart klären: Handmade, Print-on-Demand oder digitale Produkte führen zu sehr unterschiedlichen Pflichten bei Versand, Lager und Verpackungsgesetz.
- Shopsystem wählen: Nicht der günstigste Grundpreis entscheidet, sondern die Gesamtkosten inklusive Rechtstexten, Domain (Richtwert ca. 10–20 € pro Jahr) und Zahlungsgebühren.
- Gewerbe, Steuern und Pflichttexte: Gewerbeanmeldung beim örtlichen Gewerbeamt (Gebühr je nach Kommune meist ca. 20–60 €, Richtwert), Kleinunternehmerregelung, die LUCID-Registrierung – für Versender von Verpackungen Pflicht vor dem ersten Inverkehrbringen – und die Pflichtseiten gehören vor den ersten Verkauf.
- Shop aufbauen und testen: Produkte, Fotos, Zahlung, Versand – und am Ende eine Testbestellung, die du selbst durchklickst.
- Live gehen und erste Kunden: Stille erste Wochen sind häufig normal; entscheidend ist, ob dir Besucher fehlen oder die Käufe.
Zwischen Phase 3 und Phase 4 stehen drei Abschnitte, die auf Anbieterseiten meist fehlen: wann Shopify die falsche Wahl ist, was der Shop wirklich kostet und was von „kostenlos“ übrig bleibt.
Dein Shop muss nicht perfekt sein, um live zu gehen. Drei bis fünf fertige Produkte mit ehrlichen Fotos und klaren Beschreibungen reichen meist für den Start – alles Weitere verbesserst du, sobald echte Menschen im Shop sind und du siehst, wo sie hängen bleiben.
Als Begleitung durch die sechs Phasen: die Checkliste zum Abhaken, der Shop-Kosten-Rechner für deine monatliche Rechnung und der Kleinunternehmer-Rechner für die Grenzen des § 19 UStG.
Phase 1: Eigener Shop, Marktplatz oder erstmal Instagram?
Wenn du noch nie etwas verkauft hast, ist ein Marktplatz wie Etsy oder der Verkauf im eigenen Umfeld meist der ruhigere erste Test. Ein eigener Shop lohnt sich vor allem dann, wenn regelmäßig Bestellungen kommen. Das ist keine Schwäche, sondern oft die günstigere Reihenfolge: erst prüfen, ob jemand kauft – dann Fixkosten aufbauen.
| Kriterium | Eigener Shop | Marktplatz (z. B. Etsy) | Instagram & DM |
|---|---|---|---|
| Reichweite ab Tag 1 | Keine – Besucher bringst du selbst | Vorhanden, dort wird schon gesucht | Nur deine Follower |
| Laufende Fixkosten | 36 €/Monat, bei Jahreszahlung 27 € pro Monat, plus Domain 10–20 €/Jahr (Richtwerte) | Keine feste Monatsgebühr | Keine |
| Gebühren pro Verkauf | Zahlungsgebühren, mit Shopify Payments rund 1,5–2,0 % + ca. 0,25 € (Richtwert) | Angebots- und Verkaufsgebühren je Artikel – Sätze beim Anbieter prüfen | Gebühr deines Zahlungswegs |
| Wem die Kundendaten gehören | Dir, inklusive E-Mail-Liste | Begrenzter Zugriff, der Kunde bleibt Plattform-Kunde | Nur Follower und Chatverlauf |
| Aufwand beim Start | Shop, Zahlung, Versand, Rechtstexte – erfahrungsgemäß ein Wochenende aufwärts | Konto und Produkte einstellen | Fotos posten, alles von Hand |
| Kontrolle über Marke und Preis | Voll: Design, Domain, Preise | Layout und Regeln gibt die Plattform vor | Reichweite steuert der Algorithmus |
| Risiko bei Kontosperrung | Auch dein Shop- oder Zahlungskonto kann gesperrt werden – Domain und E-Mail-Liste bleiben dir | Hoch, trifft den kompletten Verkaufskanal | Hoch, Konto weg heißt Reichweite weg |
Break-even zum Nachrechnen (Richtwert): Teile die feste Monatsgebühr durch den Gebührensatz, den du dir auf dem Marktplatz sparst. Shopify Basic kostet 36 € im Monat, bei Jahreszahlung 27 € pro Monat. Mit einem Platzhalter von 10 % – kein echter Anbietersatz – wären das 36 € ÷ 0,10 = 360 € Monatsumsatz, ab dem der eigene Shop rechnerisch gleichzieht, bei Jahreszahlung rund 270 €. Setz deinen tatsächlichen Satz aus der Gebührenübersicht des Marktplatzes ein. Zahlungsgebühren fallen im eigenen Shop trotzdem an; nutzt du dort statt Shopify Payments einen externen Anbieter, kommt je nach Plan eine zusätzliche Shopify-Transaktionsgebühr dazu. Durchrechnen kannst du das im Shop-Kosten-Rechner.
Wichtig, weil es selten deutlich gesagt wird: Die deutschen Pflichten hängen daran, dass du gewerblich verkaufst – nicht daran, wo. Gewerbeanmeldung, die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG, Impressum und die Registrierung im LUCID-Register vor dem ersten Versand von Verpackungen betreffen dich auf jedem Kanal. Der Marktplatz nimmt dir Technik ab, nicht die Behördengänge – alles dazu in Phase 4. Das ist keine Rechts- oder Steuerberatung, Angaben ohne Gewähr.
Du musst dich nicht sofort entscheiden: Beides parallel ist für viele der ruhigste Weg – Marktplatz für Reichweite, eigener Shop für Stammkundschaft und Marge. Die Abwägung im Detail steht in Shopify oder Etsy, den Einstieg neben dem Job planst du mit Einstieg und Planung.
Phase 2: Was du verkaufst, ändert den ganzen Rest
Steht der Kanal, kommt die zweite Weiche – und sie entscheidet mehr über deinen Alltag als jede Systemwahl. Klär deshalb vor Preisen und Funktionen, was du verkaufst: Handmade, Print-on-Demand und digitale Produkte führen zu drei ziemlich unterschiedlichen Shops. Entscheidend sind drei Fragen – eigener Versand, LUCID-Registrierung, eigenes Lager – und der jeweils größte Stolperstein.
Handmade. Versand: ja, du packst und frankierst selbst. LUCID: ja – wer Verpackungen an Endkundinnen verschickt, muss sich vor dem ersten Inverkehrbringen im LUCID-Register der Zentralen Stelle Verpackungsregister eintragen; eine Mindestmenge, ab der das erst gilt, gibt es nicht. Details dazu in Verpackungsgesetz und LUCID. Eigenes Lager: ja, und sei es das Regal im Flur. Versandmaterial ist ein realer Kostenposten: Kartons, Polstermaterial, Etiketten und Klebeband summieren sich pro Bestellung. Der größte Stolperstein ist aber die Zeit pro Stück – deine Kapazität begrenzt deinen Umsatz. Für den Systemvergleich heißt das: Versandfunktionen und saubere Versandkostenregeln wiegen bei dir schwerer als der Grundpreis.
Print-on-Demand. Versand: nein, der Anbieter druckt und verschickt direkt. Eigenes Lager: nein. LUCID: kommt darauf an – und genau da liegt der Stolperstein. Gegenüber deiner Kundin bleibst du in aller Regel die Verkäuferin, du stellst die Rechnung, und bei Fehldruck oder Reklamation bist du ihre Ansprechpartnerin, nicht die Druckerei. Kläre deshalb aktiv mit deinem Anbieter, wer die Verpackungen in Verkehr bringt und lizenziert, statt es anzunehmen. Wie der Einstieg abläuft, steht in Print-on-Demand starten. Fürs System zählt vor allem eine zuverlässige Anbindung an deinen Druckpartner.
Digitale Produkte. Versand: nein. LUCID: nein. Eigenes Lager: nein – keine Lagerfläche, kein Versandmaterial, kein Porto. Dafür hast du andere Themen: die Umsatzsteuer bei digitalen Leistungen und das Widerrufsrecht. Bei Sofort-Downloads kann es unter bestimmten Voraussetzungen vorzeitig erlöschen, unter anderem durch die ausdrückliche Zustimmung deiner Kundin zum sofortigen Beginn und ihre Bestätigung, dass sie das Widerrufsrecht damit verliert – diese Abfrage musst du selbst einbauen. Mehr dazu in digitale Produkte verkaufen und im Bereich Recht und Steuern. Beim Systemvergleich lohnt hier der genaueste Blick: Manche Anbieter berechnen auf digitale Verkäufe einen zusätzlichen Prozentsatz, andere nicht. Der günstigste Grundpreis ist deshalb nicht automatisch der günstigste Gesamtpreis.
Mischformen sind normal: die gestrickte Mütze plus die Anleitung als PDF. Dann gilt jeweils die strengere Pflicht – sobald ein Paket rausgeht, ist das Verpackungsgesetz für dich Thema, auch wenn der Rest digital läuft. Kein Grund zur Panik, nur ein Punkt mehr auf deiner Liste. Das alles ist keine Rechts- oder Steuerberatung und ohne Gewähr; im Zweifel lohnt eine Fachberatung.
Phase 3: Das Shopsystem wählen – ein ehrlicher Vergleich
Jetzt erst kommt die Technik. Für einen ersten kleinen Shop entscheiden selten Funktionslisten, sondern vier Punkte: Fixkosten pro Monat, was pro Verkauf zusätzlich abgeht, ob Rechtstexte im Preis enthalten sind und ob es Support auf Deutsch gibt. Alle Angaben sind Richtwerte (Stand: Juli 2026) und können sich ändern – prüfe sie vor dem Abschluss beim Anbieter. Konkrete Zahlen nennen wir nur, wo sie belegt sind.
| System | Fixkosten pro Monat (Richtwert) | Pro Verkauf zusätzlich | Rechtstexte enthalten? | Passt, wenn … |
|---|---|---|---|---|
| Shopify | Basic 36 € (27 € bei Jahreszahlung); höhere Pläne in der Kostentabelle | mit Shopify Payments ca. 1,5–2,0 % + ca. 0,25 €; mit externem Zahlungsanbieter zusätzlich ca. 2,0 % (Basic) / 1,0 % (Grow) / 0,6 % (Advanced) | nein, separat | du regelmäßig verkaufen und eine eigene Marke aufbauen willst |
| Website-Baukasten mit Shop | niedrig zweistellig | Gebühren des Zahlungsanbieters | teils, oft erst in höheren Paketen | Website und Shop aus einer Hand kommen sollen |
| Shop-Einbettung in eigene Website | einstellig bis niedrig zweistellig | Gebühren des Zahlungsanbieters | in der Regel nein | deine Website schon steht |
| WooCommerce auf eigenem Hosting | Software kostenlos, Hosting niedrig zweistellig | Gebühren des Zahlungsanbieters | DE-Plugins kostenlos, Texte separat | du WordPress nutzt und Technik selbst betreust |
| Deutsche Cloud-Shoplösung | zweistellig aufwärts | Umsatzgebühr oberhalb eines Freivolumens | häufig ja | dir enthaltene Rechtstexte wichtig sind |
| Marktplatz (z. B. Etsy) | keine Fixkosten | Verkaufs- und Zahlungsgebühren, zusammen spürbar zweistellig | nein, brauchst du trotzdem | du erst testen willst, ob jemand kauft |
| Plattform nur für digitale Produkte | keine Fixkosten | prozentuale Gebühr plus Fixbetrag je Verkauf | Anbieter tritt teils selbst als Verkäufer auf | du nur digitale Produkte verkaufst |
| Enterprise-System (Open Source) | Software kostenlos, bezahlte Stufen deutlich teurer | keine Plattformprovision | über Erweiterungen | selten sinnvoll beim ersten kleinen Shop |
Zwei Fallen stecken in vielen Vergleichen. Erstens Aktionspreise: Bei Shopify gibt es aktuell oft einen Einstiegspreis von rund 1 € pro Monat für die ersten Monate – garantiert ist das nicht, danach gilt der Regelpreis, und mit dem solltest du kalkulieren. Zweitens die MwSt.-Ausweisung: Manche Anbieter zeigen Netto-, andere Bruttopreise, vergleiche also nur, was gleich ausgezeichnet ist. Deine eigenen Zahlen rechnest du am schnellsten im Shop-Kosten-Rechner durch.
Rechtstexte sind ein eigener Kostenfaktor: Fehlen sie im Abo, kommt je nach Anbieter ein monatlicher Betrag dazu, der einen knappen Preisvergleich drehen kann. Was du brauchst, steht in Rechtstexte für Shopify. Das ist keine Rechts- oder Steuerberatung und ohne Gewähr.
Fällt die Wahl auf Shopify, stehen die Preise im Detail in Shopify Kosten in Deutschland und in Kosten und Pläne, die Grundlagen in Shopify für Anfänger.
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Wann Shopify nicht die richtige Wahl ist
Shopify passt oft nicht, wenn du noch gar nicht weißt, ob jemand dein Produkt kauft, wenn du mit sehr wenigen Bestellungen im Monat rechnest oder wenn die laufenden Fixkosten nicht sicher aus dem Umsatz gedeckt sind. Zur Einordnung: Wir verdienen an Shopify-Empfehlungen mit. Genau deshalb steht dieser Abschnitt mitten auf der Seite und nicht im Kleingedruckten – eine Empfehlung ist nur so viel wert wie der Satz, wann sie nicht gilt.
Prüfe ehrlich, ob einer dieser Punkte auf dich zutrifft:
- Du willst erst testen, ob überhaupt jemand kauft. Dann ist ein Marktplatz oder der Verkauf über deine bestehenden Kanäle oft der günstigere Einstieg: kaufbereite Reichweite ist dort schon da, und statt einer monatlichen Grundgebühr fallen meist Gebühren pro Inserat und pro Verkauf an. Die Abwägung steht in Shopify oder Etsy.
- Du rechnest mit sehr wenigen Bestellungen pro Monat. Dann frisst die Monatsgebühr einen großen Teil der Marge; ein Kanal, der überwiegend pro Verkauf abrechnet, ist in dieser Phase die ruhigere Rechnung.
- Du verkaufst ausschließlich digitale Produkte. Dann reicht oft eine Plattform ohne monatliche Grundgebühr, die stattdessen einen Anteil pro Verkauf nimmt – Wege dorthin in digitale Produkte verkaufen.
- Du hast schon eine WordPress-Seite mit Besuchern. Dann ist eine Shop-Erweiterung auf der bestehenden Seite häufig sinnvoller als ein zweites System mit eigener Domain, eigenem Design und eigener Pflege.
- Du bietest reine Dienstleistungen an. Dann brauchst du eher eine Buchungs- oder Kontaktseite mit klaren Preisen als einen Warenkorb.
- Die Fixkosten sind nicht sicher gedeckt. Shopify Basic liegt als Richtwert bei 36 € im Monat, bei Jahreszahlung rund 27 € pro Monat; dazu kommen Zahlungsgebühren und die Domain – die vollständige Rechnung steht im nächsten Abschnitt. Müsste das dauerhaft aus dem Privatbudget kommen, warte lieber, bis die ersten Verkäufe es tragen.
Die Gegenprobe: Shopify passt gut, wenn du eine eigene Marke aufbaust statt einzelner Artikel, wenn Kundinnen und Kunden wiederkommen sollen, wenn du regelmäßig innerhalb Deutschlands versendest und wenn du Kundendaten und Newsletter selbst besitzen willst statt sie einem Marktplatz zu überlassen. Trifft das zusammen zu, ist die Monatsgebühr meist der kleinere Posten.
Und falls die Entscheidung nicht aufgeht: Ein beendeter Shop ist kein Scheitern. Monatspläne lassen sich in der Regel wieder kündigen (Bedingungen vorab prüfen), deine Produkttexte und Fotos bleiben deine. Erst auf einem Marktplatz zu starten und später umzuziehen ist eine gängige Reihenfolge – wie du das planst, steht in Einstieg und Planung.
Was ein kleiner Online-Shop wirklich kostet
Für einen kleinen Shop mit 10 bis 50 Produkten liegen die laufenden Fixkosten als Richtwert bei rund 40 bis 45 € im Monat – Plan, Domain und Zahlungsgebühren. Dazu kommen Rechtstexte und Versandmaterial, beides je nach Anbieter und Ware unterschiedlich. Einmalig fällt die Gewerbeanmeldung beim örtlichen Gewerbeamt an, je nach Kommune meist ca. 20–60 €. Deutlich höhere Summen aus anderen Ratgebern beziehen sich meist auf individuell entwickelte Agentur- oder Firmenprojekte.
Tabelle A: Shopify-Pläne (Richtwerte). Viele Vergleiche mischen Monats- und Jahreszahlung, deshalb kursieren widersprüchliche Preise. Getrennt sieht es so aus:
| Plan | Monatlich zahlbar | Bei Jahreszahlung pro Monat |
|---|---|---|
| Basic | 36 € | 27 € |
| Shopify (Grow) | 105 € | 79 € |
| Advanced | 384 € | 289 € |
Für den Start reicht meist Basic. Monatlich zahlen kostet mehr, lässt dich aber kurzfristiger wieder aussteigen – eine Übersicht dazu findest du unter Kosten und Pläne.
Tabelle B: was pro Verkauf abgeht. Bei kleinen Bestellwerten fällt dieser Teil spürbar ins Gewicht:
| Zahlungsweg | Gebühr je Verkauf (Richtwert) |
|---|---|
| Shopify Payments, online in Deutschland | ca. 1,5–2,0 % + ca. 0,25 € pro Transaktion (planabhängig) |
| Externer Zahlungsanbieter, Plan Basic | dessen Gebühr plus ca. 2,0 % Shopify-Transaktionsgebühr |
| Externer Zahlungsanbieter, Plan Shopify (Grow) | dessen Gebühr plus ca. 1,0 % |
| Externer Zahlungsanbieter, Plan Advanced | dessen Gebühr plus ca. 0,6 % |
Welche Zahlungswege in Deutschland üblich sind, steht unter Zahlungsarten in Deutschland.
Beispielrechnung für einen Monat mit 20 Bestellungen à 25 € (500 € Umsatz), alle Werte Richtwerte:
- Basic bei Jahreszahlung: 27 €
- Domain (ca. 10–20 € pro Jahr): rund 1–2 €
- Zahlungsgebühren: 1,5–2,0 % von 500 € = 7,50–10 €, plus 20 × ca. 0,25 € = 5 € → ca. 12,50–15 €
- Rechtstexte: eigener Posten, Preis je nach Anbieter – mit deinem konkreten Angebot rechnen
- Versandmaterial: eigene Einkaufspreise ansetzen; bei digitalen Produkten entfällt der Posten
Macht rund 40–45 € im Monat plus Rechtstexte und Versandmaterial. Der Posten, der später still wächst, sind Apps – einzeln günstig, in Summe schnell mehr als der Plan. Prüfe vorher ehrlich, ob du diese Fixkosten einige Monate tragen kannst, auch wenn anfangs wenig verkauft wird.
Testphase und Aktionen eingeordnet: Die kostenlose Testphase bei Shopify dauert nur wenige Tage und reicht zum ausgiebigen Ausprobieren meist nicht. Die Aktion für die ersten Monate (z. B. 1 €/Monat) gibt es aktuell oft, garantiert ist sie nicht. Danach greift der reguläre Preis – kalkuliere mit ihm.
Alle Beträge sind Richtwerte, Stand Juli 2026, und können sich ändern; prüfe den Preis vor Abschluss auf der Anbieterseite. Die ausführliche Aufschlüsselung steht unter Shopify-Kosten in Deutschland, mit deinen eigenen Zahlen rechnest du im Shop-Kosten-Rechner. Das ist keine Rechts- oder Steuerberatung, ohne Gewähr.
Geht das auch kostenlos?
Die meistgestellte Anschlussfrage an jede Kostentabelle. Die Shop-Software selbst gibt es bei einigen Anbietern zum Nulltarif. Vollständig kostenlos wird ein deutscher Versandshop dadurch in der Regel trotzdem nicht – ein paar Posten bleiben übrig, und die fallen unabhängig davon an, welches System du nutzt.
Was „kostenlos“ bei Gratis-Tarifen konkret bedeutet, steht selten weit oben auf der Anbieterseite. Verbreitet sind Kombinationen aus diesen Einschränkungen:
- deine Adresse ist eine Subdomain des Anbieters statt einer eigenen Domain,
- die Zahl der Produkte ist begrenzt, oft auf eine sehr kleine Menge,
- der Anbieter blendet eigene Werbung in deinem Shop ein,
- statt Fixkosten wird eine Umsatzbeteiligung pro Verkauf fällig,
- in manchen Gratis-Tarifen lässt sich online gar nicht kassieren – Kundinnen und Kunden können also nicht direkt bezahlen.
Auch bei 0 € für die Software bleibt eine Grundlast. Eine eigene Domain kostet als Richtwert 10–20 € pro Jahr. Rechtstexte (Impressum, Datenschutz, AGB, Widerrufsbelehrung) gehören zu einem Verkaufsshop dazu. Pro Zahlung geht eine Gebühr an den Zahlungsanbieter. Wer verpackte Ware verschickt, braucht die Systembeteiligung für Verpackungen und die Registrierung im LUCID-Register. Dazu einmalig die Gewerbeanmeldung (Richtwert 20–60 €). Das ist keine Rechts- oder Steuerberatung, Angaben ohne Gewähr.
Die Gegenrechnung ist dieselbe wie oben beim Marktplatz: Eine Umsatzbeteiligung statt Fixkosten ist bei wenigen Verkäufen günstiger und ab einer bestimmten Umsatzhöhe teurer. Prozente wachsen mit dem Umsatz mit, eine Monatsgebühr nicht. Wo dein persönlicher Umschlagpunkt liegt, rechnest du am schnellsten im Shop-Kosten-Rechner durch.
Ein kostenloser Start ist sinnvoll, wenn du wenige Produkte hast und erst herausfinden willst, ob überhaupt jemand kauft – ebenso bei Vorkasse oder Abholung, bei saisonalem Angebot oder wenn du ohnehin zunächst über einen Marktplatz startest.
An einem Posten solltest du eher nicht sparen: an der eigenen Domain. Sie ist meist das Einzige, was beim Systemwechsel mitgeht – Subdomain, Links und Weiterempfehlungen sind sonst weg.
Phase 4: Gewerbe, Steuern und Pflichten – bevor du den ersten Artikel verkaufst
Vier Dinge stehen an, bevor die erste Bestellung rausgeht: Gewerbe anmelden, steuerlich erfassen lassen, im LUCID-Register registrieren und die Pflichttexte in den Shop stellen. Der reine Aufwand ist überschaubar, dazu kommt Wartezeit bei den Ämtern – zeitlich gehört dieser Block aber vor den ersten Verkauf, nicht danach.
- Gewerbe anmelden. Beim örtlichen Gewerbeamt, in vielen Kommunen auch online. Die Gebühr liegt je nach Kommune meist bei ca. 20–60 € (Richtwert). Zur häufigen Frage „Onlineshop ohne Gewerbe“: Wer planmäßig, dauerhaft und mit Gewinnabsicht verkauft, betreibt in der Regel ein Gewerbe – auch nebenberuflich und auch bei kleinen Umsätzen. Ob mehrere kleine Shops unter eine Anmeldung passen, hängt von der eingetragenen Tätigkeit ab; frag im Zweifel beim Gewerbeamt nach. Mehr dazu: Kleingewerbe und Online-Shop.
- Kleinunternehmerregelung § 19 UStG prüfen. Seit 2025 gilt: Vorjahresumsatz höchstens 25.000 € und laufendes Jahr höchstens 100.000 €. Bei Neugründung zählt der voraussichtliche Jahresumsatz von höchstens 25.000 €. Folge: Du weist keine Umsatzsteuer aus, kannst dafür aber auch keine Vorsteuer ziehen. Ältere Artikel nennen teils noch niedrigere Grenzen aus früheren Jahren – maßgeblich sind die aktuellen Werte. Durchrechnen im Kleinunternehmer-Rechner, Einordnung unter Kleinunternehmerregelung im Online-Shop.
- LUCID-Registrierung vor dem ersten Versand. Wer Ware in Verpackungen verschickt, muss sich vor dem ersten Inverkehrbringen im LUCID-Register der Zentralen Stelle Verpackungsregister eintragen – nicht erst später. Das betrifft auch kleine Mengen und Handmade-Versand; Sonderfälle wie wiederverwendetes Verpackungsmaterial klärst du direkt bei der offiziellen Stelle. Details: Verpackungsgesetz und LUCID. Bei rein digitalen Produkten entfällt der Punkt.
- Pflichttexte einbauen: Impressum, Datenschutzerklärung, AGB, Widerrufsbelehrung – plus eine Lösung für die Cookie-Einwilligung. Eine kostenpflichtige App ist dafür nicht zwingend nötig; die Texte lassen sich als normale Shop-Seiten anlegen. Viele nutzen trotzdem einen Rechtstexte-Dienst mit laufender Aktualisierung, um das Abmahnrisiko zu senken – die Preise unterscheiden sich je nach Anbieter. Bei Shopify sind solche Texte nicht im Plan enthalten. Wie Shopifys eingebaute Cookie-Lösung in Deutschland zu bewerten ist, wird unter Fachleuten unterschiedlich diskutiert; schau dir den Punkt bewusst an. Siehe Rechtstexte für Shopify.
- Preise korrekt auszeichnen. Endpreise inklusive Steuern, dazu Angaben zu den Versandkosten. Als Kleinunternehmerin weist du keine Umsatzsteuer aus und setzt stattdessen den entsprechenden Hinweis auf Rechnung und Shop-Seiten. Siehe Steuern in Shopify einrichten und Recht und Steuern im Überblick.
Die Reihenfolge in einem Satz: Gewerbe anmelden, Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ans Finanzamt, LUCID-Registrierung, Rechtstexte in den Shop – und erst danach die erste Bestellung versenden.
Das ist keine Rechts- oder Steuerberatung. Angaben ohne Gewähr – im Zweifel Gewerbeamt, Finanzamt oder Steuerberatung fragen.
Phase 5: Den Shop aufbauen – in dieser Reihenfolge
Während die Ämter arbeiten, baust du den Shop. Die Reihenfolge zählt hier mehr als das Tempo: erst Konto und Plan, dann Design und Domain, dann ein paar wirklich fertige Produkte, danach Zahlung, Versand und Steuern – die Startseite ganz zum Schluss. Wie lange das dauert, hängt vom Sortiment ab; mit wenigen Produkten oft ein Wochenende.
- Konto anlegen und Plan wählen. Die kostenlose Testphase ist kurz; nach einer möglichen Aktionszeit gilt der reguläre Preis (Basic rund 36 € im Monat, bei Jahreszahlung etwa 27 € – Richtwerte). Die Entscheidung: monatlich und flexibel – oder jährlich und günstiger, obwohl der Shop noch nichts verdient hat. So läuft die Einrichtung, alle Plan-Preise.
- Theme aussuchen und Domain verbinden. Ein kostenloses Theme reicht für den Start, eine Domain kostet je nach Endung ungefähr 10–20 € im Jahr (Richtwert). Die Entscheidung: Wunschname jetzt sichern oder erst zum Launch.
- Drei bis fünf Produkte vollständig anlegen. Vollständig heißt: Titel, Beschreibung, Preis, Varianten, Bestand und Gewicht. Die Entscheidung: mit welchen Produkten du erklärt werden willst.
- Produktfotos machen. Fensterlicht, heller Hintergrund, gleicher Bildausschnitt für alle Artikel reichen am Anfang meist aus. Die Entscheidung: ein einheitlicher Bildstil statt fünf Stimmungen. Produktfotos zu Hause.
- Produktseite aufbauen. Foto, Preis, Lieferzeit, Versandkosten und der Grund für genau dieses Produkt. Die Entscheidung: welche Frage direkt über dem Kaufen-Button beantwortet wird. Produktseite erstellen.
- Zahlungsarten aktivieren. Verbreitet sind in Deutschland PayPal, Rechnungskauf beziehungsweise Klarna, Kreditkarte und SEPA. Die Entscheidung: Shopify Payments oder ein externer Anbieter – bei letzterem kommt je nach Plan eine zusätzliche Shopify-Transaktionsgebühr obendrauf (Sätze in der Kostentabelle). Zahlungsarten in Deutschland.
- Versand einstellen. Lege Pauschalen oder Gewichtsklassen fest und entscheide, ob du ins Ausland lieferst. Wer Ware in Verpackungen verschickt, braucht vorher die LUCID-Registrierung aus Phase 4. Versand einrichten.
- Steuern prüfen und Testbestellung machen. Kontrolliere die Steuereinstellungen vor dem ersten echten Kauf: Als Kleinunternehmerin nach § 19 UStG weist du keine Umsatzsteuer aus und ziehst auch keine Vorsteuer. Danach die Testbestellung: einmal komplett kaufen, Bestätigungs-E-Mails lesen, Rückerstattung auslösen. Steuern einrichten, Testbestellung. Keine Steuerberatung, Angaben ohne Gewähr.
Zwei Regeln gegen Überforderung: lieber drei fertige Produkte als zwanzig halbe – und die Startseite zuletzt, denn viele Kundinnen landen direkt auf einer Produktseite. Fotos und holprige Texte lassen sich nachbessern; Rechtstexte solltest du dagegen von Anfang an vollständig haben.
Die Reihenfolge funktioniert genauso bei anderen Shopsystemen, nur die Klickwege heißen dort anders. Zum Abhaken liegen alle Schritte in der Shop-Checkliste.
Phase 6: Live gehen – und was in den ersten Wochen wirklich passiert
In den ersten Wochen ohne Marketing passiert bei vielen kleinen Shops erst einmal wenig: kaum Besucher, selten eine Bestellung. Das ist ein verbreiteter Normalfall und sagt für sich genommen nichts über die Qualität deiner Produkte. Sinnvoll ist deshalb zweierlei – vor dem Livegang abhaken, dass technisch nichts blockiert, und danach der Reihe nach diagnostizieren, statt hektisch alles umzubauen.
Abhaken, bevor du live gehst
- Passwortschutz im Shop entfernt – sonst sieht niemand deine Seite
- Impressum, Datenschutz, AGB und Widerrufsbelehrung erreichbar (Rechtstexte)
- Testbestellung erfolgreich durchgeführt, inklusive Bestätigungsmail
- Versandkosten und Lieferzeit früh sichtbar, nicht erst im Checkout (Versand einrichten)
- Zahlungsarten geprüft (Zahlungsarten in Deutschland)
- Mobile Ansicht geprüft – ein großer Teil der Besucher kommt vom Handy
- Absender-E-Mail eingerichtet, damit Bestellmails seltener im Spam landen
- Kontaktmöglichkeit vorhanden: E-Mail-Adresse oder Formular
- Wenn du Ware versendest: LUCID-Registrierung erledigt
Die ausführliche Fassung steht in unserer Shop-Checkliste. Hinweis: keine Rechts- oder Steuerberatung, ohne Gewähr.
Warum kauft niemand in meinem neuen Shop?
Stell dir zuerst eine einzige Frage: Kommen überhaupt Besucher? Sie trennt alles Weitere. Ohne Traffic ist es kein Shop-Problem, sondern ein Sichtbarkeitsproblem – dann bringt es wenig, Farben oder Buttons zu ändern. Kommen Besucher, aber niemand kauft, prüfe in dieser Reihenfolge: Produktseite (klare Fotos, Maße, Material, Anwendung), Preis und Versandkosten (früh sichtbar oder erst im Checkout?), Vertrauen (Impressum, Kontaktseite, realistische Lieferzeit) und Zahlungsarten – fehlen gängige Optionen wie PayPal oder Kauf auf Rechnung, brechen erfahrungsgemäß viele deutsche Käufer ab.
Welche Kanäle sind ohne Werbebudget realistisch?
Fünf, grob in dieser Reihenfolge: dein bestehendes Umfeld (Freunde, Kolleginnen, Nachbarschaft, vorhandene Newsletter-Kontakte), Social Media wie Instagram oder Pinterest, ein Marktplatz parallel zum eigenen Shop (Shopify oder Etsy), lokale Sichtbarkeit über Märkte oder ein Unternehmensprofil, und die Suchmaschine als langfristiger Kanal. Wichtig: Suchmaschinen-Sichtbarkeit braucht in der Regel Monate, nicht Tage – sie lohnt sich trotzdem, nur eben nicht für den ersten Verkauf.
Und wenn nach mehreren Monaten nichts passiert?
Dann ist es eine legitime Entscheidung, den Plan zu kündigen. Ein eigener Shop trägt sich erst, wenn du die laufenden Kosten aus dem Umsatz decken kannst – Richtwert: rund 40 bis 45 € im Monat, wie oben aufgeschlüsselt (Kostenübersicht). Zurück auf einen Marktplatz zu gehen oder erst dort weiterzuverkaufen, ist kein Scheitern, sondern eine Entscheidung mit besseren Zahlen dahinter.
Nächste Schritte und Rechner
Wenn du jetzt anfangen willst, nimm dir nur den nächsten Schritt vor – nicht alle sechs Phasen auf einmal. Für die meisten ist das entweder die Entscheidung zwischen Marktplatz und eigenem Shop oder die ehrliche Kostenrechnung.
- Shop-Start-Checkliste – alle Schritte in der richtigen Reihenfolge zum Abhaken.
- Shop-Kosten-Rechner – Plan, Domain und Gebühren als konkreter Monatsbetrag.
- Kleinunternehmer-Rechner – prüft deinen Umsatz gegen die Grenzen des § 19 UStG.
- Shopify für Anfänger und Shop einrichten – wenn die Systemwahl gefallen ist.
- Shopify oder Etsy – wenn sie noch nicht gefallen ist.
Alle Preise, Gebühren und Fristen auf dieser Seite sind Richtwerte, Stand Juli 2026, und können sich ändern; prüfe sie vor einem Abschluss beim jeweiligen Anbieter. Diese Seite ist keine Rechts- oder Steuerberatung, Angaben ohne Gewähr. Transparenz: Links zu Shopify sind Affiliate-Links (Anzeige) – für dich ändert sich der Preis dadurch nicht.
Häufige Fragen
Brauche ich für einen Online-Shop ein Gewerbe?
Was kostet ein eigener Online-Shop wirklich?
Kann ich einen Online-Shop kostenlos erstellen?
Muss ich Umsatzsteuer ausweisen – oder gilt die Kleinunternehmerregelung?
Wann lohnt sich Shopify – und wann nicht?
Wie lange dauert es, bis mein Shop online ist?
Brauche ich eine Verpackungslizenz beziehungsweise die LUCID-Registrierung?
Warum kauft niemand in meinem neuen Shop?
Shop ausprobieren
Wenn du dich für einen eigenen Shop entschieden hast, kannst du Shopify zum Start kostenlos testen und die Schritte oben parallel abarbeiten. Passt ein Marktplatz besser zu deiner Situation, ist das die günstigere Wahl – das steht oben ehrlich drin.
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